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Die Geburt eines Friesenfohlens

 

Nach elf Monaten langen Wartens ist es endlich soweit!
Die Geburt eines Friesenfohlens ist immer etwas ganz Besonderes und ein Wunder der Natur.

 

Die Geburt

 

Ein Fohlen wird erwartet – wichtige Merkmale!

 

Der Abfohltermin ?

Die Trächtigkeitsphasen der Friesenstute

Zwei Monate nach der Befruchtung ist der Fötus vom Scheitel bis zum Steiß 5 bis 7,5 cm lang. Man erkennt schon, dass es der Fötus eines Pferdes ist.

Mit drei Monaten sieht man schon deutlich die Hufe und die Zitzen. Der Fötus ist zwischen 7 und 14 cm groß.

Nach vier Monaten ist er 12 bis 22 cm lang und auf den Lippen wachsen die ersten Härchen. Man erkennt jetzt auch ob es eine Stute oder ein Hengst wird.

Nach sechs Monaten sind alle Organe fertig ausgebildet. Der Fötus misst 35 bis 60 cm und hat Härchen an den Lippen, Nüstern, Lidern und Augenbrauen.

Erste Härchen an der Schwanzspitze entdeckt man sieben Monate nach der Befruchtung, wenn der Fötus 35 bis 70 cm misst.

Nach acht Monaten misst er 50 bis 80 cm. Die Mähne beginnt zu wachsen und es sprießen erste Haare am Rücken, den Ohren und den Enden der Gliedmassen.

Wenn der Fötus neun Monate alt ist, misst er 60 bis 90 cm. Er hat außer am Bauch und den Schenkelinnenseiten dünne, kurze Haare.

Nach 340 Tagen, das sind etwa elf Monate, ist es Zeit für die Geburt. Der Körper des Fohlens ist fertig ausgebildet. Es wiegt 30 bis 60 Kilogramm und misst zwischen 75 und 145cm. Kurz vor der Geburt dreht sich das Fohlen in der Gebärmutter vom Rücken auf den Bauch.

Der Mutterinstinkt

 

Die Friesenstute weiß instinktiv, wie sie sich ihrem Fohlen gegenüber richtig verhält. Von Anfang an haben Stute und Fohlen eine enge Beziehung zueinander und die hält länger an, als man meint!

Der Mutterinstinkt zeigt sich schon vor der Geburt

Schon vor der Geburt weiß die Stute genau, was sie tun muss, um ihr Fohlen zu schützen. Sie kann die Geburt so lange hinauszögern, bis sie das Gefühl hat, dass die Umgebung, in der sie ihr Fohlen zur Welt bringen wird, sicher ist.

Die Trächtigkeitsdauer bei einer Friesenstute beträgt im Durchschnitt 338 +/- 5 Tage, wobei jedoch hinsichtlich der Länge der Tragzeit erhebliche Variationen bekannt sind. In dem Zeitraum von 320 und 350 Tagen der Trächtigkeit fohlen die meisten Stuten. In seltenen Fällen können die Tragzeiten bis zu einem Jahr auftreten, die bei gutem Allgemeinzustand der Stute als unbedenklich angesehen werden wird.

Im fünften, siebten und neunten Monat der Trächtigkeit sollte die Stute gegen Virusabort und einen Monat vor der Geburt gegen Influenza und Tetanus (Fohlenlähmeprophylaxe durch unspezifische Erhöhung der Antikörper in der Biestmilch) geimpft werden. Ca. 10 Tage vor der Geburt sollte sie entwurmt werden.

Die Abfohlbox ist einige Tage vor der Geburt gut zu reinigen und mit sauberem Stroh reichlich einzustreuen. Die Box muss möglichst groß und gut einsehbar sein. Auch auf eine ausreichende Beleuchtung ist zu achten. Nicht vergessen der Stute die Eisen zu entfernen, Sie vermindern so das Verletzungsrisiko des Fohlens.

 

Von der Entwicklung der Fohlen

 

Fohlen sind bei der Geburt schon weiter entwickelt, als der Nachwuchs anderer Arten. Der Entwicklungsschwerpunkt liegt kurz nach der Geburt, besonders innerhalb der ersten drei Monate, bis hin zu einem Jahr. Dann flacht die Entwicklungskurve erneut stark ab.

Diese Kurve ähnelt also stark einem " S " und gilt in nur leicht abgewandelter Form für alle Säugetiere.

Die Entwicklung während der Trächtigkeit der Friesenstute

 

 

Trächtigkeitsdauer                                  1     2    3    4    5    6    7    8    9     10     11

 

 

Gewicht des Foetus in Kg                     <1     1   1,5  2,5  4   5    6    11  20    37   >50

 

 

 

Man erkennt sofort die sehr schwache Entwicklung während der ersten Trächtigkeitsmonate und das Hochschnellen ab etwa dem 7. Monat. Die Geburt unterbricht diese Entwicklung nicht, denn ein sechsmonatiges Fohlen wiegt schon um die 200 Kg und der Jährling schon fast 350.

Der Ernährung während der letzten Trächtigkeitsmonate kann also nicht genügend Beachtung geschenkt werden. Gleichzeitig muss jedoch auch beachtet werden, dass eine verfettete Stute bei der Geburt Probleme haben kann, die normalgewichtige Stuten nicht hätten. Deshalb besser eine etwas zu magere Stute, als eine dicke.

Von der Milchproduktion der Stute hängt die Entwicklung des Fohlens ab. Der sehr kleine Euter, etwa zwei Liter Inhalt, zwingt das Fohlen zu häufigem Saugen. Die Milchproduktion beträgt etwa 20 Kg am Tag, im zweiten Monat, für unsere normalen Warmblüter.

 

Die Etapen der Fohlenentwicklung

 

                                                                          Wachstum                                                                                              Entwicklung

 

 

                                                                           in % des Endgewichtes                                                                           Fortschritt in % der Endentwicklung

 

Trächtigkeit                                                      1

 7. Monat                                                              6-10

11. Monat

 

 

 Geburt (Ende 11. Monat)                                ca 10                                                                                                  45-70

 

 

6 Monate                                                            35-45                                                                                                 70-80

 

 

1 Jahr                                                                 45-70                                                                                                 75-90

45-70

75-90

2 Jahre

70-80

85-95

3 Jahre

85-95

94-96

4 Jahre

95-100

97-100

 

Wenn in den deutschen Zuchtgebieten die Hengste also zweijährig angekört werden, haben sie fast 95% ihrer körperlichen Entwicklung hinter sich und auch fast ihre Wachstum abgeschlossen. Misst man einige Jahre später diese Hengste dann nach, findet man selten bedeutende Größenunterschiede gegenüber dem Körjahr.

Weiterhin kann man in der Entwicklung man auch deutlich Phasen ausmachen, die unterschiedliche Körperteile beeinflussen.

Die Trächtigkeit neigt sich dem Ende zu Ende.

Jetzt wird erst einmal überprüft, ob alles notwendige zur Hand ist. Zweckmäßigerweise sollte man lange vor dem Geburtstermin einen Servierwagen oder ähnliches mit folgenden Dingen bereitstellen:

  • Eimer (einen zum Hände waschen, einen zum späteren Reinigen des Euters)
  • mildes Desinfektionsmittel bzw. Seife und Bürste
  • 2 Geburtsketten (optimal!) oder Geburtsstricke
  • Jod-Alkohol Lösung (Nabeldesinfektion) + Eierbecher
  • "Practo-clyss" Einläufe (Apotheke oder vom Tierarzt)
  • "Respirot" Tropfen (aktiviert die Atmung!)
  • Schere und Bindfaden, um - wenn nötig - den Nabelstumpf abbinden zu können
  • Ballenkordel, um die Nachgeburt hochzubinden
  • saubere Tücher
  •  

    Der Countdown

    Es gibt mehrere Anzeichen, welche die nahestehende Geburt ankündigen. Aber Vorsicht, diese Anzeichen sollten immer nach dem Motto - Ausnahmen bestätigen die Regel - gewertet werden. Einige Stuten zeigen die typischen Anzeichen mit der Regelmäßigkeit eines Uhrwerkes, andere zeigen eventuell keine.

 

  • Die folgenden Punkte sind eine generelle Richtlinie, aber seien Sie auf Überraschungen gefasst.

    · 2 - 4 Wochen vor der Geburt beginnt sich das Euter mit Milch zu füllen.
    · Die Muskulatur der Kruppe erschlafft, die Beckenbänder werden weich und der Schweifansatz erscheint ein paar Tage vor der Geburt prominenter. Die Fältelung der Scham verstreicht durch das Geburtsödem.
    · 4-6 Tage vor der Geburt vergrößern sich die Zitzen.
    · 1-4 Tage vor der Geburt bildet sich ein Harztropfen (Kolostralmilch) an jeder Zitze und die Milch beginnt eventuell zu tropfen.


 
Die Trächtigkeitsdauer variiert bei der Stute von 11 bis zu 13 Monaten. Individuell bleibt sie aber für die einzelne Stute ziemlich konstant. Das heißt, war die letzte Geburt am Tag 365 nach der letzten Deckung, wird es beim nächsten mal auch etwa solange dauern.
 
Am Ende der Trächtigkeit treten öfters leichte , kolikähnliche Vorwehen auf, die durch Lageveränderungen des Foetus zur optimalen Geburtsposition bedingt sind. Sie dauern meist nur einige Minuten und sind des weiteren nicht besorgniserregend.  
        
Die Euterentwicklung gibt auch einen gewissen Aufschluss über die nahe Geburt. Kurz vor der wird ein wachsartiges Sekret, die sogenannten Harztropfen, abgesondert, aber wie so vieles beim Pferd, auch das nicht immer.
 
Calciumbestimmung in der Milch kann mittels eines Test-Kits Aufschluss über den bevorstehenden Termin geben. Die Calciumkonzentration steigt unmittelbar vor der Geburt deutlich an - aber, siehe oben, auch nicht immer.

Geburtswächter, Geräte, die am Pferd montiert, über Funk Niederlegen, Wälzen und / oder Schweissausbruch melden, sind ebenfalls Hilfsmittel. Besonders in Gestüten mit mehreren Stuten zur Geburt leisten sie wertvolle Dienste.

Videoüberwachte Abfohlboxen in Verbindung mit verlässlichen Wächtern sind die sicherste Methode, im Fall des Falles rechtzeitig Hilfe leisten zu können.

Im Stall zu wachen kann bei nervösen Stuten, die die Anwesenheit von Menschen als störend empfinden, dazu führen, dass die Geburt über Tage hinausgezögert wird, bis einmal die Gelegenheit günstig scheint und sich das Pferd ungestört und unbeobachtet fühlt. Der Stress für Wachende und Bewachte steht daher in keiner Relation zum gewünschten Erfolg, es kann sogar den gegenteiligen Effekt haben.
 
Die Eröffnungsphase beginnt mit deutlichen Koliksymptomen.
 
Die Austreibungsphase wird mit dem Brechen erste Fruchtblase eingeleitet, Scheinbar kübelweise ergiesst sich hellgelbes, klares Fruchtwasser aus dem Geburtskanal. Von diesem Zeitpunkt an geht alles sehr rasch, nach 30 Minuten sollte die Geburt abgeschlossen sein.

     
        
Eine milchig weisse Blase, der eigentliche Fruchtsack mit dem Fohlen darin, erscheint und kurz darauf sollten auch bereits die Hufe der Vorderbeine sichtbar sein.
 
Sie erscheinen leicht gegeneinander versetzt, der zweite Huf auf Höhe des Fesselgelenkes der ersten Extremität, die Sohlen sollen nach unten weisen.     
        
Spätestens mit den Carpalgelenken (Vorderknie) sollte die Nase erscheinen.

Durch die Wehentätigkeit kann sie einigemale vor- und wieder zurückgeschoben werden. Da zu diesem Zeitpunkt die Sauerstoffversorgung noch über die Nabelschnur läuft, besteht keine Erstickungsgefahr, wenn die Nase noch ein- zweimal wieder verschwindet.
 
Die weitere Austreibung bis zu den Hüften geht dann relativ flott voran.
 
Vor der letzten Austreibung kann eine kurze Pause eingelegt werden.
 
Hier sollte aber bereits die Nase frei zum Atmen sein.
 
In dieser letzten Phase wird die Nabelschnur spontan durchtrennt, der Blutverlust ist minimal, am Fohlen sollten ca. 10 bis 20 cm verbleiben.
 
Innerhalb von 10 Minuten sollte das Fohlen bereits in einer aufrechten Position liegen, nach 30 Minuten sollten die anfangs ungelenken Aufstehversuche von Erfolg gekrönt sein.

    

Im Nachgeburtsstadium presst die Stute die Nachgeburt heraus und das Fohlen wird von der Versorgung durch die Nabelschnur getrennt. Wenn die Stute aufsteht reißt die Nabelschnur etwa 10 cm unterhalb des Bauches ab. Diese Stelle sieht etwas verjüngt aus und kann falls die Nabelschnur nicht reißt mit einem sterilen Garn abgedreht werden. Normalerweise löst sich die Nachgeburt innerhalb der nächsten halben Stunde von alleine ab. 

Manche Stuten können es nicht haben wenn die herabhängenden Stränge die Beine berühren. Hier sollte diese dann zusammen gebunden werden. Nicht abschneiden! Sonst lässt sich hinterher schlecht kontrollieren ob die Nachgeburt wirklich vollständig abgegangen ist. Außerdem hilft das Gewicht beim Abgang der Nachgeburt. Wenn die Nachgeburt nicht innerhalb der ersten 12 Stunden komplett abgegangen ist, kann die Stute eine Blutvergiftung oder/und Hufrehe bekommen. Außerdem ist die Chance das die Stute wieder tragend wird sehr gering. Aus diesem Grund ist es auch so wichtig die Nachgeburt auszubreiten und zu kontrollieren. Besonders ob auch die beiden Hornspitzen dran sind.


Die Stute steht nach etwa 10 Minuten wieder, kann sich aber durch die weitere Wehentätigkeit und die Austreibung der Nachgeburt unter Koliksymptomen noch öfters wieder hinlegen.
 
Nach einer Stunde muss die Nachgeburt abgegangen sein.
 
Das Fohlen ist auf dem Weg zum Euter und soll innerhalb von 2 Stunden die erste, mit Abwehr-, Nähr- und Mineralstoffen reiche Milch bekommen haben.
   

 

Das Fohlen nach der Geburt

 

Das Fohlen beginnt bereits zu atmen bevor die Nabelschnur gerissen ist. Als erstes werden die Atemwege des Fohlens mit der sauberen Hand vom Schleim freigemacht. Hat das Fohlen Atembeschwerden wegen angesaugtem Fruchtwasser, hebt man es an den Hinterbeinen hoch damit die Flüssigkeit über Maul und Nase ablaufen kann. Im Notfall kippt man ein wenig kaltes Wasser über den Kopf des Fohlens um die Spontanatmung zu erreichen. Manchmal reicht auch das anheben des Brustkorbes. Ansonsten kann man dem Fohlen „RESPIROT“ unter die Zunge geben. 

 

Nabelpflege: der Nabel sollte nach der Geburt so wenig wie möglich berührt werden, da hier größte Infektionsgefahr besteht! Wenn der Nabel durchtrennt ist, desinfiziert man diesen mit Jodtinktur. Der Nabelstumpf muss in den nächsten Tagen beobachtet werden. Es ist darauf zu achten das dieser nicht anfängt sich zu entzünden. 

 

Wenn der Nabel versorgt ist, wird das Fohlen trocken gerubbelt, dies regt denn Kreislauf an und verhindert die Auskühlung des Fohlens (Verdunstungskälte). Gesunde Fohlen beginnen bereits kurz nach der Geburt mit den ersten Aufstehversuchen. Nach dem Aufstehen beginnt das Fohlen nun nach dem Euter der Stute zu suchen. Wenn es an den Vorderbeinen sucht, kann man es vorsichtig in die andere Richtung weisen. Besonders Erstlingsstuten sind häufig so aufgeregt, das sie sich immer zum Fohlen umdrehen, so das dieses nicht zum trinken kommt. Hier muss dann ein Helfer die Stute kurzzeitig am Halfter festhalten. 

 

Die Biest –oder auch Kolostralmilch genannt ist für das Fohlen lebensnotwendig! Mit der Biestmilch nimmt das Fohlen Immunstoffe (Gammaglobuline) auf.  Da die Fohlen ohne diese Zusatzstoffe geboren werden ist es so wichtig, das daß Fohlen so früh wie möglich die Biestmilch zu sich nimmt. Außerdem nimmt schon nach kurzer Zeit der Gehalt der Immunstoffe in der Milch ab und auch die Darmwände sind schon nach 8 Stunden nicht mehr durchlässig für alle Immunstoffe. Es ist ratsam eine Kolostralbank anzulegen, falls die Stute bei der Geburt sterben sollte. In der Tiefkühltruhe ist die Milch 7-9 Monate ohne Wirkstoffverlust haltbar. Im Handel gibt es einen CITE -Fohlentest mit dem man zwischen der 12. und 14. Stunde die Abwehrkräfte des Fohlens überprüfen kann. Mutterlose Fohlen kann man mit einer Ammenstute oder mit Milchaustauschern (siehe unter Fütterung oben) groß ziehen. Das Darmpech geht meistens kurz nach dem ersten saufen von alleine ab, da die Muttermilch eine leicht abführende Wirkung hat. 

 

Das Darmpech ist ein schwarzer, klebriger ca. 60-100 cm Strang. Sollte das Darmpech nicht von alleine nach 12 Stunden abgegangen sein, muss man mit etwas Rizinusöl oder „PRACTOCLYSS“ helfen. Hiervon sollten drei Stück in dem Geburtshilfskasten drin sein. Hengstfohlen neigen durch ihren Beckenaufbau eher zu Darmpechverhalten.

 

Wenn das Fohlen schon wenige Tage alt ist, kann man Mutter mit Kind kurz auf eine gepflegte und Fohlensichere Weide stellen (siehe Haltung/Weide). Mutterstuten dürfen 10-14 Tage nach der Geburt langsam wieder zur Arbeit herangezogen werden. Man sollte mit einer Stunde anfangen und kann dann im Laufe der Zeit bis auf vier Stunden steigern.

 

 

Fütterung

Die richtige Fütterung ist für die Stute von entscheidender Wichtigkeit für die Entwicklung des Fohlens. Das Futter muß abwechslungsreich, leicht verdaulich und energieliefernd sein. Wichtig ist auch gutes Heu. Darin sind die wesentlichen erforderlichen Vitamine und Mineralstoffe für die Stute enthalten. In den letzten zwei bis drei Monaten während der Trächtigkeit sollte man in der Fütterung das enorme Wachstum des Fohlens mit berücksichtigen. Das Carotin habe ich ja bereits unter der Rosse angesprochen. Achten Sie bei der Fütterung darauf, da die Stute nicht zu fett wird. Da die Fütterung ein sehr Umfangreiches Thema ist, ist auch hierbei entsprechende Fachliteratur empfehlenswert. Außerdem muß die Fütterung sehr individuell angepasst werden. Je nachdem auf was für Weiden die Tiere gehalten werden und nach Jahreszeit sieht entsprechend die Fütterung aus. Allerdings sollten sie einige Grundregeln beachten.

-          nur einwandfreie Futtermittel verwenden

-          berechnen sie das Futter, bzw. lassen sie eine durchführen mit entsprechenden Futtermittelproben

-          Fohlenstarter  = nicht mehr als 10% Rohfaser, mindestens 15% Rohprotein, Sojaschrot + Milchpulver sollten enthalten sein

-          Thermisch aufgeschlossene Futtermittel sind leichter verdaulich (Maisflocken...)

-          1kg Rauhfutter pro 100kg  Lebendgewicht

-          CA : P =  2: 1 (1,5: 1)

-         Reitpferd + Stute bis 7 Trächtigkeitsmonat MJ: Eiweiß = 10:1

-          Immer erst Raufutter und danach Kraftfutter geben

-          Auf ausreichende Wasserversorgung achten

-          Langsames umgewöhnen bei Futterwechsel

-          Auf der Weide Raufutter mit anbieten (Heu/Stroh)

-          Besser mehr kleinere Portionen anbieten, statt ein oder zwei großer

-          Achten Sie darauf das der Futtertrog fürs Fohlen nicht zu hoch ist (Haltungsschäden)

-          Rauhfutter möglichst vom Boden aus geben

-          Bei Weidefütterung achten Sie darauf das auch die schwächeren Tiere zu Ihrem Anteil kommen

-          Bedenken Sie das zum Ende der Vegetationszeit der Gehalt im Gras abgenommen hat, jedoch der Bedarf der Stute enorm steigt, ein zufüttern ist hier dringend notwendig

 

 

Vor der Geburt des Fohlens sollten Sie für denn Fall der Fälle jemanden wissen wo Sie Milch für das Fohlen bekommen. Gerade Erstlingsstuten haben häufig zu wenig oder keine Milch. Oft wollen Sie Ihr Fohlen auch nicht annehmen. Falls die Stute bei der Geburt stirbt und Sie keine Fertigmilch bekommen können, kann man folgenden Milchaustauscher herstellen:

640 g Kuhmilch

320 g Wasser

35 g   Milch- oder Traubenzucker

1500 JE Vitamin A

300      JE  Vitamin D

(Kalttränke möglich)1.Woche 12x füttern pro Tag (je 0,5 – 0,75kg)

                             Ab 2. Woche 6x füttern pro Tag (je 0,5 – 1,5kg)

Das Fohlen sollte so bald wie möglich nach der Geburt die Biestmilch trinken. Denn bereits nach 6 Stunden hat diese nur noch 50% seiner Wertigkeit. Der Fohlendarm ist schon nach 3 Stunden nur noch zu 50% durchlässig. Das Fohlen sollte keine Möglichkeit haben an den Salzleckstein zu kommen, da dieses hiervon Durchfall bekommt.

 

     
Dies soll nur ein kurzer Abriss einer normalen Friesengeburt sein.

Im Stall sollten jederzeit die Telefonnummer des nächsten diensthabenden Tierarztes griffbereit sein. Manches kann dann vielleicht telefonisch geklärt werden.

Jedenfalls sollte aber bei möglichen Problemen nicht zugewartet werden, da im allgemeinen die Überlebenszeit des Fohlens während der Geburt nicht größer als eine Stunde ist.

   

   
   

 

Die Geburt

Die Geburt ist in drei Stadien einzuteilen:

 

 - das Fohlen bestimmt den Zeitpunkt der Geburt !

Eröffnungstadium- Fohlen dreht sich in Geburtslage

ca. 30 - 60 Min.Vorderfüße und Kopf voraus

 - Wehen setzen ein

 - Stute wird unruhig

 - legt sich hin , steht wieder auf

 

Austreibungsphase- Fruchtblase wird sichtbar

ca. 10 - 30 Min.- Presswehen setzten ein

 - Stute legt sich mehrfach hin, bleibt schließlich liegen

 - in mehreren Presswehen werden die Geburtswege geweitet und das Fohlen herausgedrückt

 - ist die Schulter sichtbar, rutscht der Rest des Körpers des Fohlen allein hinaus

 - Nabelschnur pulsiert noch ca. 2-5 Min.

 Man sollte die Stute nicht unmittelbar nach der Geburt hochtreiben damit das Fohlen noch nicht abgenabelt wird und noch Blut aus der Nabelschnur bekommt.

 

 

Nachgeburtstadium- Fohlen befreit sich aus der Eihülle beginnt zu atmen, ggf. kann man helfen

 - Stute steht auf - Nabelschnur reißt ab

 Nabelstumpf beim Fohlen desinfizieren

 - Nachgeburt geht ab

 

- innerhalb von max. 1- 2 Stunden

 

- auf Vollständigkeit untersuchen

 

 

Fohlensteht auf : ca. 15 - 30 Minuten nach der Geburt

 trinkt : ca. 1 bis 3 Stunden nach Geburt

 Darmpech geht ab : ca. 3 - 12 Stunden nach Geburt

 

Diese Phase ist geprägt vom vollständigen Abgang der Eihäute. Dies sollte in einem Zeitraum von 1-3 Stunden nach der Geburt erfolgt sein. Der vollständige Abgang der Nachgeburt muss überprüft werden, da verbleibende Reste in der Gebärmutter zu schwerwiegenden Erkrankungen der Stute führen können. 

 

 

 

Eine vollständig abgegangene Nachgeburt 

Imprint Phase- will man das Fohlen imprinten – nach R.M. Miller. So sollte man dies nun tun.

 

 

 

Die häufigsten Störungen:

Die häufigste Störung ist der Mensch, der zwar helfen will aber meist nur stört und die natürlichen Abläufe behindert.
Viele Komplikationen sind hausgemacht.

Fehllage des Fohlens- ein Vorderbein zurück - Schulter blockiert

 - Kopf zurückgebogen

 - Hinterbeine kommen zuerst

 in allen Fällen Stute hochtreiben + führen: Tierarzt eilig rufen!

  

Fohlen erstickt in der Eihülle– kann sich das Fohlen nicht aus der Eihülle befreien, so war es

 in 90% der Fälle schon vorher tot und ist tot geboren worden. Denn die Eihülle reißt sofort, wenn das Fohlen beginnt seine Beine auszustrecken und den Kopf zu heben. Nur ein sehr schwaches Fohlen wird die Eihülle nicht zerreißen können. Wenn man dabei ist und die Stute es gelassen nimmt, kann man dem Fohlen natürlich Helfen die Eihülle von Kopf und Nüstern zu entfernen.

  

Fohlen hat Fruchtwasser in den Atemwegen- Nase nach unten ausstreichen, Fohlen an den Hinterbeinen hochheben

  

Fohlen atmet nicht- kräftig massieren, solange die Nabelschnur noch nicht gerissen

 ist bekommt es noch etwas Blut+Sauerstoff von der Stute

 - die Lunge des Fohlens entfaltet sich erst kurz vor der Geburt,

 deshalb sollte man beim Pferd niemals die Geburt einleiten. Muss man dies doch tun, um die Stute zu retten, so wird man in 90% der Fälle das Fohlen verlieren !

  

Nabelschnur reißt nicht ab, wenn die Stute aufsteht- ca. 5 cm vom Bauch des Fohlens steril abbinden/abklemmen und dann durchschneiden oder abdrehen - vorsicht Infektionsgefahr !

 Deshalb gründlich desinfizieren !

  

Nabel blutet nach- das ist schlecht, denn das Fohlen kann u.U. sehr viel Blut verlieren

 und geschwächt werden. Dann muss man den Nabel steril abbinden. Tipp: in Mähnengummi sterilisieren und darum binden.

  

Fohlen trinkt nicht- Geduld ! Die Milchquelle ist an einem versteckten Ort angebracht.

 solange das Fohlen sucht, wird es das Euter auch finden. Hektische und sorgenvolle Menschen stören nur !

 - In seltenen Fällen hat das Fohlen ein Fehlanpassungssyndrom und

 sucht nicht bei der Stute. Dann sollte man den Fachmann zu Rate ziehen.

 - innerhalb von drei Stunden sollte das Fohlen unbedingt die mit Immunglobulinen angereicherte erste Milch bekommen, sonst hat es keinerlei Abwehrkörper in sich ! Aber niemals zu früh abmelken und dem Fohlen verabreichen, dass führt zu mehr Problemen, als man damit löst.

  

Nachgeburtsverhalten- Oxytocin 2-4 ml i.m. spritzen

 - akute Vergiftungsgefahr : Nachgeburtsrehe !

 - niemals Nachgeburt einfach herausziehen ! Die Gefahr, dass die reisst und Teile in der Stute verbleiben ist zu groß !

  

Dammriss der Stute- muss sofort genäht werden

  

Risse im Bereich der Scheide- müssen ebenfalls sofort genäht werden

  

Stute ist sehr mitgenommen– 5ml Crataegutt ins Maul verabreichen, das stärkt den Kreislauf

 - in schweren Fällen kann der Tierarzt eine Infusion machen

 - man sollte der Stute Zeit zum Ausruhen geben und sie nicht unnötig aufregen

 - erholt sich die Stute aber gar nicht oder verschlechtert sich ihr Zustand ständig, muss man innere Blutungen fürchten:

 Tierarzt sofort alarmieren ! Tun kann er meist aber nur wenig. Man wird die Stute verlieren. Vielleicht kann man noch die Kolostralmilch abmelken und das Fohlen so besser retten.

Geburtshygiene + Vorbereitungen :

  

Abfohlbox-vor der Geburt sauber einstreuen,

 -Wände abwaschen (Wurmeier)

  

Stute-After waschen, Euter waschen,

 -Schweif ggf. Einflechten und locker bandagieren

 -Eisen abnehmen

 -mögl. kurz vor der Geburt nochmals entwurmen

  

bereithalten- saubere Eimer

 - Desinfektionsmittel für Hände + Geräte (z.B. Kodan, Betaisidona flüssig)

 - Jod für den Nabel

 - Arterienklemme - zum evtl. Abklemmen, einer blutenden Nabelschnur

 - Telefonnummer des Tierarztes bereithalten

 

Die ersten Fohlen sind bereits geboren. Fohlengeburt jedes mal auf' s Neue ein Höhepunkt im Züchterleben. Doch nicht immer läuft das Ereignis für Mutterstute und Fohlen komplikationslos ab.
Das freudige Ereignis einer Fohlengeburt wird in manchen, wenn auch seltenen Fällen, durch die Erkrankung der Stute oder des Fohlens bei oder nach nach der Geburt getrübt. Kurz vor oder während der Geburt schießt, durch hormonelle Vorgänge beeinflusst, die Milch in das Euter der Stute.
Die erste Milch, auch Biestmilch oder Kolostrum genannt, ist ein dickklebriges, gelbliches Sekret von spezifisch fadem Geruch und häufig bittersalzigem Geschmack. Sie hat ein grundsätzlich anderes Aussehen als die später produzierte Milch. Das hängt damit zusammen, dass sie große Mengen von Kolostrumkörperchen und hochmolekularen Eiweißen, sogenannte Globuline und anderes mehr enthält. Diese Globuline enthalten Immunkomponenten, die für die Infektionsabwehr des Neugeborenen unbedingt nötig sind, da der Organismus des Neugeborenen selbst noch nicht in der Lage ist, Antikörper gegen die Keime seiner Umgebung zu bilden.
Diese Fähigkeit entwickelt sich erst später. Die Neugeborenen sind deshalb darauf angewiesen, diese Immunkörper durch den Genuß der Kolostralmilch zu erwerben. Im Gegensatz zu den Menschen und den Fleischfressern und Nagern, bei denen der innere plazentare Kontakt einen Austausch von Immunkörpern zwischen Mutter und Fetus zulässt, erfolgt die Übertragung der Immunstoffe bei Fohlen, Kälbern, Lämmern und Ferkeln erst nach der Geburt durch die Kolostralmilch.
In kürzester Zeit nach der ersten Aufnahme des Kolostrums können dann auch im Blut dieser Säuglinge die Immunglobuline nachgewiesen werden. Das deutet darauf hin, dass sie den Darm des Fohlens ohne Abbau oder Umbau in körpereigenes Eiweiß zu passieren vermögen.
Diese für die Immunkörperversorgung bedeutungsvolle physiologische Eigenschaft besitzt der Fohlendarm aber nur während der ersten 24 Stunden, so daß gerade in dieser Zeitspanne die Verabfolgung der Kolostralmilch von größter Wichtigkeit ist.
Es wird also darauf ankommen, dem neugeborenen Fohlen so schnell wie möglich diese Kolostralmilch zuzuführen, weil es sonst schutzlos Infektionserregern in seiner Umgebung ausgesetzt ist und mit Sicherheit erkrankt. Die Zufuhr der Kolostralmilch stellt dementsprechend eine Schluckimpfung dar, die durch keine andere Maßnahme ersetzt werden kann, da sie die spezifischen Antikörper, die die Stute gegen die Keime ihrer Umgebung gebildet hat, dem Neugeborenen zuführt.

Gibt die Stute nach der Geburt aus irgendeinem Grunde keine Milch oder hat die Milchproduktion durch eine hormonelle Störung bereits vor der Geburt eingesetzt, kann dem Fohlen also überhaupt keine oder nur eine qualitativ minderwertige Kolostralmilch zugeführt werden, so sollte solchen Fohlen sofort Kolostralmilch von anderen Stuten zugeführt werden, um ihnen wenigstens einen gewissen Schutz gegen Infektionen zu geben.
Viele Züchter halten deswegen Kolostralmilch im gefrorenen Zustand von Stuten, die entweder ein totes Fohlen geboren haben oder bei denen das Fohlen durch andere Umstände kurz nach der Geburt verendet ist, vorrätig, um es in solchen Fällen einzusetzen.
Die Aufnahme der Kolostralmilch gleich nach der Geburt ist also die wichtigste Voraussetzung dafür, dass ein Fohlen gesund bleibt. Alle Fohlen, deren Mütter nach der Geburt keine Anzeichen einer Erkrankung zeigen und die selbst gesund geboren sind und die ihre Kolostralmilch innerhalb der ersten drei Stunden zu sich genommen haben sind erst einmal grundlegend mit allen lebenswichtigen Nährstoffen versorgt.
Der über die Kolostralmilch erhaltene Infektionsschutz reicht für etwa drei Monate, in dieser Zeit baut das Fohlen langsam einen eigenen Schutz auf und ist dann in der Lage, selbst ausreichend Antikörper zu bilden. Weiterhin hat die Kolostralmilch eine leicht abführende Wirkung, die das Darmpechverhalten verhindert.

Zur Kontrolle kann der Tierarzt einen Schnelltest (Snap-Test) durchführen. Dazu wird dem Neugeborenen eine kleine Menge Blut entnommen und direkt im Stall auf die Höhe der Antikörper (Immunglobuline) untersucht.
Ist der Wert in Ordnung gilt das Fohlen als maximal geschützt. Wichtig ist es, diesen Test möglichst früh durchzuführen, am besten zwischen der achten und zwölften Stunde nach der Geburt. Bei zu geringem Antikörper-Spiegel im Fohlenblut bleibt dann noch eine realistische Zeitspanne um Abhilfe zu schaffen.

 

Störfaktoren bei der Aufnahme von Biestmilch:

 

  • Verlust der Mutterstute bei oder sehr bald nach der Geburt
  • Gesäugeerkrankung der Stute vor der Geburt
  • Schwere Allgemeinerkrankung der Stute vor der Geburt
  • Stute läßt die Milch vor der Geburt laufen
  • Fohlen säuft aus verschiedenen Gründen nicht rechtzeitignach der Geburt (kann nicht stehen, kitzelige Jungstute etc.)
  • Frühgeburt
 
 

Manche Stuten produzieren zu wenig Antikörper in der Biestmilch (angeboren, selten)

Probleme beim Säugen
Beim Säugen sind Komplikationen eher selten. Es gibt allerdings Stuten, die sehr empfindlich sind, weil ihr Euter prall mit Milch gefüllt ist und schmerzt. Oft muss man sie dann festhalten und ihnen beruhigend zureden, damit sie ihr Fohlen trinken lassen. Doch bereits nach den ersten Zügen löst sich das Problem von selbst. Entzündete Zitsen sind ein Fall für den Tierarzt.

Das Fohlen muss spätestens vier Stunden nach der Geburt das erste Mal von der wertvollen Kolostralmilch der Stute trinken. Das Neugeborene sollte das eigentlich alleine schaffen. Es ist wichtig, dass es die erste Schwierigkeit in seinem Leben ohne Hilfe meistert. Gelingt es ihm aber tatsächlich nicht innerhalb der ersten Stunden aufzustehen und das Euter zu finden, muss ihm dabei geholfen werden.
 


Kolostrum- Mangel - Was ist zu tun:

Starke Milchverluste der Stute vor der Geburt, lebensschwache Fohlen, Abschlagen der Stute, ungünstig zusammengesetztes Kolostrum, verspätete Kolostrumaufnahme, Kaiserschnitt-Entbindung oder der Tod der Mutterstute können für das Fohlen einen lebensbedrohlichen Mangel an Antikörpern (Immunglobuline) bedeuten.
Im Zweifel zeigt der Fohlen-Bluttest, der im Idealfall zwischen der achten und zwölften Lebensstunde durchgeführt wird, wie hoch der Antikörperspiegel des Fohlens ist. Bei einer gefährlichen Unterversorgung verbleiben jetzt noch ungefähr zwölf Stunden für folgende Maßnahmen:

Der Tierarzt oder Züchter gibt frisches oder gefrorenes Kolostrum fremder Stuten mit einer Nuckelflasche oder über eine Sonde in den Magen des Fohlens ein.

Es beginnt sofort die überregionale Suche nach einer Ammenstute.

Warum Biestmilch-Reserve:

Hierzu muss man wissen: Im Durchschnitt bildet eine Stute 1,5 bis 2 Liter Kolostrum. Verliert die Stute bereits vor der Geburt diese wertvolle Kolostralmilch in größeren Mengen oder aber hat sie allgemein zu wenig Milch, so ist die Versorgung des Fohlens mit Abwehrstoffen möglicherweise nicht ausreichend und es kann zu gefährlichen Infektionskrankheiten kommen.
Das Kolostrum schützt die Fohlen mittels Immunstoffen und ist somit das erste wirksame Antikörpermittel nicht nur gegen spezifische Krankheiten, sondern ist zudem auch eine einmalige Energie-, Protein und Vitaminquelle und wirkt darüber hinaus abführend, hilft also dem Fohlen, das Darmpech zu verlieren.

Hier besteht nun die Möglichkeit, Kolostrum einer anderen Stute dem betroffenen Fohlen über Flasche oder Magensonde zu verabreichen. Insofern ist es für jeden Pferdezüchter von großer Bedeutung, ein Depot dieser für das Fohlen lebensrettenden Biestmilch vorrätig zu haben bzw. eine entsprechende Menge über eine Biest-Milch-Bank ordern zu können. In gefrorenem Zustand hält sich diese Biestmilch ca. 18 Monate lang.

Was ist zu beachten beim Anlegen einer Biestmilch-Reserve:

 

  • Ausreichende Qualität der Biestmilch (gelb und zähklebrig)
  • Ausreichende Menge 1 - 1,5 Liter für ein nicht versorgtes Fohlenpro Spendenstute gefahrlos 250 ml ohne Nachteil für das aktuelle Saugfohlen zu gewinnen
  • Rechtzeitige Aufnahme der Biestmilch nach der Geburt (bis 18 Stunden)

Wie geschieht das Anlegen eines Kolstrum-Vorrats:

 

  • Besorgen sie sich (Tierarzt etc.) 250 ml-Flaschen.Das ist hygienisch und zudem praktisch zum Einfrieren und Auftauen.
  • Gesäuge der Stute unmittelbar nach der Geburt sorgfältig reinigen
  • Füllen sie die Flaschen mit Kolstrum nachdem das Fohlen seine erste Mahlzeit bekommen hat.(Dabei aus Hygienegründen beim Melken Einweghandschuhe verwenden).
  • Beschriften sie die gefüllte Flasche (mit Fülldatum, Name der Stute)
  • Bewahren sie die Flasche im Gefrierschrank auf (Mindesthaltbarkeit: 12 Monate) (Bei -20 Grad für 1 - 1,5 Jahre Haltbarkeit).
  • Vorhandene Reserve an zentrale melden
 

Vorgehen im Notfall/ Auftauen der Biestmilch :

 

  • Tiefgefrorene Biestmilch langsam im Wasserbad auf 37 Grad erwärmen
  • Stündlich etwa 100 - 120 ml verabreichen, insgesamt etwa 1 Liter
  • Danach Antikörper im Blut des Fohlens mit Schnelltest (CITE-Test) auf ausreichenden Gehalt überprüfen

 

Maßnahmen nach der Geburt

 

 

Nachgeburtsstadium

 

Darmpechverhalten beim Fohlen- kann zu einer schweren Kolik und zum Tod oder zu gravierenden Vergiftungserscheinungen führen !

 - Klistier , Tierarzt rufen

  

Der Nabel sollte auch am zweiten und dritten Tag nochmals desinfiziert werden.

  

„Fohlenspritze“ oder „Fohlenimpfung“- Man kann dem Fohlen innerhalb von 12 Stunden nach der Geburt eine Spritze vom Tierarzt geben lassen, die die Immunität

 erhöht , hat das Fohlen jedoch genug Kolostralmilch von der Stute bekommen, so ist das nicht nötig

  

Nachgeburts Rehe bei der Stute- durch verbliebene Reste der Nachgeburt im Uterus - sehr gefährlich

  

Gebärmutterinfektion- vermehrter Ausfluss nach der Geburt ist normal,

 übelriechender stark gelber Ausfluss muss behandelt werden

 - Fieber messen bei der Stute !

  

Euterinfektion / Mastitis- Euter ist hart und heiß, Stute lässt das Fohlen nicht trinken

 Fieber messen - Tierarzt rufen

  

Stute und Fohlen immer gut beobachten :

 - trinkt das Fohlen häufig ?

 - Das ist wichtig für die Anregung der Milchbildung

 - ist es munter ?

 - frisst die Stute gut ?

 - Ist ihr Euter in Ordnung ?

 - Hat einer Fieber ?

 - Wird das Fohlen sehr müde und steht sehr wenig auf, so sollte man frühzeitig den Tierarzt nachsehen lassen. Kleine Fohlen gehen sehr schnell ein !

 - Ebenso können starke Durchfälle bei Fohlen innerhalb von Stunden zum Tod führen und müssen daher sofort behandelt werden.

 

Der Instinkt

Die Stute verhalt sich instinktiv richtig: Sie leckt das Fohlen nach der Geburt, um es zu warmen und um seine Durchblutung anzuregen. Sobald sie kann, steht sie wieder auf und stupst ihr Fohlen an, damit auch es aufsteht und trinkt. In den ersten Stunden nach der Geburt entwickeln Stute und Fohlen sofort eine enge Beziehung zueinander.

 

Die Reife des Fohlens ist gekennzeichnet durch eine dicht behaarte Körperoberfläche, wobei die Haare an einzelnen Körperstellen verschieden lang und dicht seien können. Schopf -, Mähnen – und Schweifhaare besitzen noch eine wollige Beschaffenheit. Die Schneidezähne sind noch vom Zahnfleisch überzogen, in Ausnahmefällen können die Milchzangen im Oberkiefer durchbrochen sein. Ein überreifes Fohlen weist eine starke lange gekräuselte Behaarung auf. Hierbei kann es schon in der Gebärmutter zu Haarausfall kommen. Zu kurzes Haarkleid und dünn behaarte oder haarlose Nabelgegend und Schenkelinnenflächen sind Zeichen für Unreife. Bei unreifen Fohlen heben sich die Milchzangen unter dem Zahnfleisch noch nicht ab.

Das Fohlen hebt unmittelbar nach der Geburt den Kopf .40 – 60 min nach der Geburt steht es auf.  60 – 120 min nach der Geburt wird das Neugeborene das erste Mal gesaugt haben. Das Mekonium (Darmpech) presst das Fohlen 3 – 5 Stunden nach der Geburt ab.

Der Nabel des Fohlens ist mit Spray zu desinfizieren ohne ihn zu berühren.

Die Aufnahme der Biestmilch ist zu überwachen. Ein normales Fohlen trinkt alle 10 – 15 min einige Züge. Nach der Geburt muss die Einstreu sauber und trocken gehalten werden.

Am ersten Tag kann der Tierarzt durch eine Untersuchung den Gesundheitszustand beurteilen und eine Infektions– und Fohlenlähmeprophylaxe durchführen. Eventuell ist ein Bluttest zur Bestimmung der Abwehrkörper (IgG) nötig.

 

Die ersten Schritte

Das Fohlen kann sich schon wenige Stunden nach der Geburt auf den Beinen halten. Das ist überlebenswichtig, denn wenn es in freier Wildbahn lebt, muss es seiner Mutter schon sehr bald im Galopp folgen. Sie bringt ihm bei, dass es ganz schnell fliehen muss, sobald sie es warnt. Wenn es die ersten Male galoppiert, bleibt es noch dicht bei seiner Mutter. Die Stute halt sich immer zwischen der Quelle der Bedrohung und ihrem Fohlen.

Eine mutige Mutter

Wenn es zum Fluchten zu spät ist, stellt sich die Stute der Gefahr. Das Fohlen bleibt dicht hinter ihr oder drängt sich an ihre Seite. Hat eine Stute das Gefühl, ihr Fohlen sei in Gefahr, ist sie sehr aggressiv. Sie greift ihren Feind an, beißt und tritt. Lieber wurde sie sich auf der Stelle töten lassen, als dass sie es zulassen würde, wenn ihrem Fohlen auch nur ein Haar gekrümmt wird. Sie wird von ihrem Instinkt geleitet und würde sich niemals anders verhalten.

 

Ein ständiger Dialog

Nach und nach wird das Fohlen immer selbstständiger. Die Runden, die es um seine Mutter dreht, um die Welt zu erkunden, werden immer größer. Nach ein paar Monaten tollt es schon ganz unbekümmert auf der Weide herum, spielt mit den anderen Fohlen und untersucht systematisch seine Umgebung. Die Mutter überwacht ihr Fohlen und verständigt sich mit ihm durch Schnauben, leises und lauteres Wiehern. Wenn es zu weit wegläuft, ruft die Stute es durch gebieterisches Wiehern zur Ordnung. Je älter es ist, desto weiter darf es sich entfernen, aber die Stute hat immer große Angst, von ihrem Fohlen getrennt zu werden.

 

Gute Manieren

Das Fohlen spielt viel mit seiner Mutter. Es testest ständig, was es sich herausnehmen darf. Die Stute nimmt sich Zeit und lässt sich gerne auf das Spiel ein: Dabei bringt sie dem Fohlen vieles bei. Das Fohlen lernt die Regeln und die Grenzen dessen kennen, was erlaubt ist. Die Stute passt auf, dass ihr Fohlen nicht zu frech wird und bringt ihm bei, die soziale Hierarchie innerhalb der Herde zu respektieren, sich beim Spielen nicht nicht in Gefahr zu begeben, sich selbst und anderen den Pferden nicht weh zu tun. Die Stute weist das das Fohlen auch oft zurecht. Das ist ihre Aufgabe. Mit den anderen Friesen wäre manche Erfahrung für das Fohlen wesentlich schmerzhafter.

Zu beachten!

Absetzen nennt man den Moment, an dem das Fohlen von seiner Mutter getrennt wird. In freier Wildbahn geschieht das sehr langsam. Stute und Fohlen distanzieren sich nach und nach immer mehr voneinander. In Gestüten werden Fohlen meistens im Alter von sechs Monaten von ihren Müttern getrennt. Einige Tage lang sind Stute und Fohlen dann sehr traurig. allzu plötzlich sollte sollte man das Fohlen also auf keinen Fall absetzen, denn der tief verwurzelte Instinkt der Stute wird dabei vollkommen missachtet und das Fohlen dauerhaft traumatisiert. wenn man möchte, dass das Fohlen aufhört zu saugen, muss man es ganz allmählich von seiner Mutter trennen, am Anfang nur für einige Minuten am Tag, dann für ein paar Stunden und schließlich für einen Tag.

Schon am ersten Tag darf ein Weide – oder Spaziergang ermöglicht werden.

Erhalten Stute und Fohlen in den ersten 14 Tagen nach der Geburt eine Entwurmung, werden Darmparasiten nicht zum Problem für das Fohlen. Im Normalfall entwurmen wir Fohlen im ersten Jahr monatlich. Das Fohlen sollte dann ab dem 3. Monat gegen Influenza (Grippe) und Tetanus geimpft werden.

 

Einige Normalwerte für ein neugeborenes Fohlen:

Körpertemperatur: 38.5 – 38.8 °C

Herzfrequenz: 1. – 5. Minute: 65 – 85 Herzschläge/min

> 15 Minuten: 130 Herzschläge/min

Atemfrequenz: 1. – 5. Minute: 60 – 90 Atemzüge/min

> 15 Minuten: 20 - 40 Atemzüge/min

Energiebedarf 50kg Fohlen 18.000 kJ /Tag

= 8 – 10 kg Milch

 

 

Fütterung:

Allgemeine Bemerkung

Fohlen werden oft überfüttert. Die häufigsten Schäden entstehen durch Überversorgung mit Energie und Eiweiß.

Während den ersten 2-3 Monate ist Milch die Hauptnahrung. Die Aufnahme von Rauhfutter ist mehr ein "Training" der Verdauung als eine notwendige Aufnahme von Futter.

Schnell auf die Weide
Auf der Weide erholen sich Stute und Fohlen am schnellsten. Wenn es sehr kalt ist, sollte man die beiden über die Mittagszeit ein paar Stunden auf die Weide lassen. Das hält die Stute bei Laune und fördert die Entwicklung des Fohlens, das die Welt entdeckt und allmählich selbstständiger wird. Sobald es wärmer wird, dürfen die Beiden den ganzen Tag nach draußen. Anfangs stellt man ihnen eine separate Weide zur Verfügung, nach ein paar Tagen kann man sie mit anderen Mutterstuten und Fohlen zusammenstellen. Das Kleine sollte so früh wie möglich lernen sich in die Herde einzufügen und das funktioniert am besten in Gesellschaft seiner Artgenossen. Wir lassen unsere Stuten, die bereits abgefohlt haben in einer Gruppe zusammen auf dei Weide. Hier ist eine Unwahrscheinliche Erziehung untereinander zu beobachten.